Lars Lamowski: „Die Schule soll für immer mehr gesellschaftliche Probleme als Reparaturbetrieb herhalten, kann dies aber mit den aktuellen Ressourcen nicht leisten. Die PISA-Ergebnisse sind damit die Quittung für gesellschaftliche Entwicklungen und kein Zeugnis für schlechten Unterricht. Schule muss neu gedacht und ausgestattet werden, um dieser Entwicklung entgegenzutreten und so Bildungsgerechtigkeit möglich zu machen.“
Die heute veröffentlichten Ergebnisse der OECD-Studie „PISA 2025“ zeigen deutlich, dass die Schulen nicht ausgestattet sind, um die aktuellen Herausforderungen zielgerichtet anzugehen. So lernen nur 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler an einer Schule ohne Lehrkräftemangel, die Lesekompetenz ist auf einem Tiefstand und der Bildungserfolg ist stark abhängig vom sozio-ökonomischen Status der Eltern.
Lars Lamowski, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz (VBE), kommentiert die Ergebnisse: „PISA zeigt deutlich, dass wir Schule neu denken müssen. Unsere Kinder wachsen in einer zunehmend digitalen Umgebung auf, das damit einhergehende Umgehen mit Texten und künstlicher Intelligenz und die sinkenden Möglichkeiten familiärer Unterstützung haben Auswirkungen auf die Schule. Dazu kommen die mangelnde materielle Ausstattung und fehlendes pädagogischem Personal. So kann man den Bildungserfolg nicht vom sozio-ökonomischen Status der Eltern abkoppeln und allen Kindern und Jugendlichen die wichtigen Kompetenzen mitgeben, um sich kritisch mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen zu können. Wenn dies nicht gelingt, entsteht eine Gefahr für unser gesellschaftliches Zusammenleben und die Demokratie.“
Die Politik muss das Thema ganzheitlich angehen, so Lamowski: „Einzelne Projekte helfen den Schulen nicht, man muss an die veralteten Strukturen heran. Wir brauchen zeitnah mutige Reformen, wie eine Schuleingangsklasse 0, um die Kinder bestmöglich für die Schule vorzubereiten. Wir brauchen fest eingeplante multiprofessionelle Teams als selbstverständlichen Teil des Kollegiums an allen Schularten, um die Herausforderungen, die über den Unterricht hinausgehen angehen zu können. Die Schulen brauchen mehr qualifiziertes Personal, um den ausfallenden Unterricht mit voll ausgebildeten Lehrkräften abzufangen. Wir brauchen mehr Zeit, um die Schülerinnen und Schüler angemessen fördern und fordern zu können, daher muss der Ganztag grundsätzlich neu aufgestellt werden.“