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Qualität der Ganztagsbetreuung darf nicht auf der Strecke bleiben

Lars Lamowski: „Wir sehen, dass tendenziell immer mehr Schulen in Rheinland-Pfalz in der Lage sind, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umzusetzen. Uns bereitet aber Sorgen, dass bei der fristgerechten Umsetzung die pädagogische Qualität auf der Strecke bleibt. Damit das nicht passiert, muss der Ganztag grundsätzlich neu aufgestellt werden.“

Die heute veröffentlichte forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz (VBE) wirft einen Blick auf die Situation der Schulen vor der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung zum Schuljahr 2026/2027. Hierfür wurden im September und Oktober 2025 1.312 Schulleitungen, darunter 113 aus Rheinland-Pfalz, befragt.

Lars Lamowski, Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz, kommentiert die Umfrage: „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steht vor der Tür und tendenziell können immer mehr Schulleitungen sagen, dass ihre Schule ein Angebot gewährleisten können (2025: 74 Prozent, 2024: 58 Prozent). Die Schülerinnen und Schüler brauchen aber keine bloße Verwahrung, sondern ein qualitatives pädagogisches Angebot, welches sie in ihrer Entwicklung fördert und unterstützt. Wir sehen aber die Tendenz, dass dies an zu vielen Schulen nicht gegeben ist. Der Ganztagsanspruch ist eine immense Chance für die Bildungsgerechtigkeit. Diese Gelegenheit wird aber vertan, wenn der Ganztag an den Schulen nicht besser strukturiert wird.“

Der VBE hat Vorstellungen, wie man den Ganztag gestalten kann, damit nicht nur die Schülerinnen und Schüler ein hochwertiges pädagogisches Angebot bekommen, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen entlastet werden, so Lamowski weiter: „Der Ganztag muss an allen Schularten organisatorisch neu aufgestellt werden, um zu funktionieren. Um dies möglich zu machen, brauchen wir mehr professionelles Personal in den Schulen, auch am Nachmittag. Insbesondere multiprofessionelle Teams, bestehend aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Förderlehrkräften und anderen Professionen, müssen an allen Schulen vorhanden sein, um den aktuellen Herausforderungen an den Schulen gerecht werden zu können. Im Anschluss an das schulische Angebot für alle Kinder müssen die Schulträger übernehmen und ein flexibles Betreuungsangebot stellen. So wird aus einer Verwahrung der Kinder ein vollwertiges pädagogisches Angebot.“