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VBE: Die Inklusion an den Schulen kann nicht halten, was sie verspricht

04.05.2017

UN-Behindertenkonvention - nicht erfüllt? / VBE fordert soliden Ausbau der Inklusion und mehr Personal

„Die Inklusion an den rheinland-pfälzischen Schulen kann immer noch nicht halten, was sie verspricht:

• Seit die Inklusion 2014 im Schulgesetz verankert wurde, fehlt Personal, fehlen vor allem qualifizierte Förderschullehrkräfte, um ein flächendeckendes Netz der Förderung beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher anbieten zu können.
• Ein freies Wahlrecht der Eltern auf Förderung, wie es von der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert wird, gibt es faktisch nicht. In Rheinland-Pfalz können sich die Eltern - wenn sie Inklusion für ihr Kind wollen - lediglich für eine der 169 Schwerpunktschulen entscheiden, die als allgemeine Schulen ein inklusives Angebot haben. Das sind gerade einmal etwas mehr als 10% aller Schulen.
• Beim Aufbau der Inklusion werden bestehende Angebote zur integrierten Förderung abgezogen. Inklusion wird also weniger ausgebaut als vielmehr umgebaut, quasi als Gegenfinanzierung. Das betrifft vor allem die Schaffung der Förder- und Beratungszentren, die die Schulen pädagogisch beraten und versorgen sollen.

Inklusion kostet Geld und darf nicht zum schulpolitischen Null-Summen-Spiel werden. Deshalb fordert der VBE Rheinland-Pfalz die rheinland-pfälzische Landesregierung dazu auf, die Inklusion beeinträchtigter Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen und für eine qualitativ hochwertige Inklusion mehr Ressourcen und mehr Personal zur Verfügung zu stellen.“

Der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen Lehrergewerkschaft VBE, Gerhard Bold, nahm heute (04. Mai 2017) in Mainz zur Umsetzung der Inklusion an den rheinland-pfälzischen Schulen Stellung und verwies auf akute Personalengpässe bei der bestehenden Förderung. Anlass hierzu war der Start des Films „Ich. Du. Inklusion“, der heute in Deutschland am Vorabend des „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ anläuft und vom VBE unterstützt wird (u.a. in Mainz im Cinemayence).

Der VBE-Landeschef: „Während die Landesregierung die Fortschritte ihres Inklusionskonzeptes lobt, werden Mittel verschoben, vor allem zu Lasten der Grundschulen. So kann die Inklusion nicht gelingen, und die Schulen geraten in zusätzliche Personalnöte. Dieser pädagogische Raubbau geht zu Lasten der Schwächsten in unserem Schulsystem.“

„Gerade weil die Inklusion bisher nicht halten kann, was sie verspricht, müssen die bestehenden 131 Förderschulen mit ihrem differenzierten Förderangebot gestärkt werden. Sie bilden nach wie vor das Rückgrat der Förderung für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche“, so Gerhard Bold.

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